print preview Zurück zur Übersicht Thema des Monats

Das GeoMol15-Temperaturmodell

01.04.2019 | Landesgeologie

Worum geht es?

Das GeoMol15-Temperaturmodell ist Teil der kontinuierlichen Erweiterung des geologischen 3D-Modells GeoMol. Die Erweiterungen beziehen sich nicht nur auf die Horizont- und Störungsflächen, sondern auch auf die geologischen Eigenschaften. Die Temperaturverteilung im Untergrund ist ein Beispiel einer solchen Eigenschaft. Dies ist einer der wichtigsten Parameter für die Beurteilung des geothermischen Ressourcenpotenzials des Schweizer Molassebeckens.

Das Temperaturmodell zeigt die regionale Temperaturverteilung in 3D in einem Blockmodell, wie auch als Temperatur auf ausgewählten Oberflächen. Diese Oberflächen repräsentieren seismische Markerhorizonte, konstante Tiefen unter Terrain oder Isothermen. Das Blockmodell hat eine Auflösung von 1000x1000x100 m3 und wurde von einem FE-Methoden-Temperaturmodell (Geowatt AG, 2015) abgeleitet, welches wiederum auf 31 vertikalen Temperaturprofilen und den geologischen Horizontflächen des Seismischen Atlas des Schweizerischen Molassebeckens (2012) basiert. Die FE-Temperaturmodellierungsmethode nimmt reinen konduktiven Wärmestrom an und berücksichtigt somit den konvektiven Wärmestrom nicht.

Wo ist es erhältlich?

Sowohl das 3D-Modell als auch die abgeleiteten 2D-Karten sind vorhanden für Online-Ansicht und Abfrage. In 3D ist das GeoMol15-Temperaturmodell sowie das entsprechende geologische Modell über den GeoMol-Viewer verfügbar (Fig. 1). Die modellierte Temperaturverteilung steht hier als Blockmodell sowie 12 Temperaturoberflächen (ausgewählte geologische Horizonte, konstante Tiefen unter Terrain und Isothermen) zur Verfügung. An jedem Ort innerhalb des Modells können Profile und fiktive Bohrungen erstellt werden (Fig. 2). In 2D, sind eine Datenübersichtskarte und 12 Temperaturkarten (entsprechend den oben genannten Temperaturoberflächen des 3D-Modells) über den Kartenviewer des Geoportals Bund map.geo.admin.ch verfügbar, z.B. unter dem Thema «Geologie» (Fig. 3 und Karte unten).

Untergrundtemperaturen auf map.geo.admin.ch

Wie kann es für die Nutzung von Geothermie verwendet werden?

Geothermie ist eine erneuerbare Ressource, die zum Heizen und Kühlen verwendet werden kann, wobei dem Untergrund Wärme entzogen bzw. überschüssige Wärme in den Untergrund injiziert wird. Wenn es bei einer Reservoirtemperatur von ca. 120 °C extrahiert wird, kann auch Strom erzeugt werden. Dank ihres Potenzials, fossile Brennstoffe und Kernenergie für die Energieerzeugung zu ersetzen, ist Geothermie ein wesentlicher Bestandteil der nationalen Energiestrategie 2050. In diesem Zusammenhang hat das Bundesamt für Energie das Bundesamt für Landestopografie swisstopo beauftragt, zwischen 2016 und 2018, eine Informationsplattform (Projekt GeoTherm) zur Veröffentlichung relevanter Daten für die Entwicklung der Geothermie zu erstellen. Das GeoMol15-Temperaturmodell bildet auch eine Erweiterung des GeoTherm-Datensatzes.

Die Online-Modellkomponenten sind für nationale und lokale Behörden, Beratungsunternehmen, Universitäten und die Öffentlichkeit für verschiedene Aufgaben bestimmt, z.B.:

  • zur Kommunikation über das nationale und regionale geothermische Potenzial des Untergrundes,
  • als Input zur groben Bestimmung von Gebieten mit theoretischem Potenzial für die Strom- oder Wärmeerzeugung aus bestimmten geologischen Schichten,
  • zur Definition von Randbedingungen für detailliertere, lokale Temperaturmodelle mit weiteren Daten und Methoden.

 

Langfristig sollen das Temperaturmodell und die daraus abgeleiteten Karten aktualisiert werden, sobald neue Daten zur Tiefengeothermie verfügbar sind. Kurz- und mittelfristig können neue Temperaturflächen und Karten aus dem Temperaturmodell extrahiert und bei Bedarf veröffentlicht werden.