Steinschlag, Rutschungen ...

Massenbewegungen (gravitative Naturgefahren) sind hangabwärts gerichtete Verlagerungen von Fest- und/oder Lockergesteinen sowie Bodenmaterial. Sie können als Sturzprozesse schnell und plötzlich auftreten. Rutschungen hingegen sind langsame, kontinuierliche Prozesse.

Rutschung Stieregg, Grindelwald 2005
Rutschung Stieregg, Grindelwald 2005
©  Hansruedi Burgener

Kurzbeschreibung

Sturzprozesse sind schnelle Massenbewegungen, bei welchen das längs Trennflächen (Schicht-, Schieferungs-, Kluft- oder Bruchflächen) aus dem Gebirgsverband ausgebrochene Material den grössten Teil des Weges in der Luft zurücklegt. Man unterscheidet Stein- und Blockschlag, Felssturz und Bergsturz, je nach Durchmesser der Einzelkomponente, mobilisiertem Volumen und Sturzgeschwindigkeit.
 

Rutschungen sind hangabwärts gerichtete, gleitende Bewegungen von Hangteilen aus Fest- und/oder Lockergestein sowie Bodenmaterial. Sie sind das Ergebnis eines Scherbruches und treten allgemein an mässig geneigten bis steilen Böschungen und Hängen auf. Die zwei Hauptmerkmale von Rutschungen sind die Aktivität (jährliche Geschwindigkeit und Geschwindigkeitsänderungen bzw. Reaktivierungen) und die Tiefe der Gleitfläche (Gründigkeit).
 

Hangmuren bilden sich an relativ steilen Hängen und sind ein schnell abfahrendes Gemisch aus Lockergestein (meist Boden und Vegetationsbedeckung) und viel Wasser, ohne Vorhandensein bzw. Ausbildung einer Gleitfläche. Sie wirken oft zerstörerisch, da sie plötzlich auftreten und sich rasch entwickeln.


Integrales Risikomanagement (IRM) ist nötig

Massenbewegungen wird es in der Schweiz immer geben. Durch Integrales Risikomanagement (IRM) können die möglichen Risiken und Schäden mit gezielten Massnahmen verhindert oder begrenzt werden. Die Erarbeitung der Gefahrengrundlagen, zum Beispiel durch Ereigniskataster und Gefahrenkarten, ist dafür unabdingbar.


Schadensbegrenzung durch gezielte Massnahmen

  • Raumplanerische Massnahmen: Bauverbot in stark gefährdeten Gebieten, Auszonungen, Bauauflagen für Neubauten inklusive Objektschutzmassnahmen, Nutzungseinschränkungen, Umsiedlung gefährdeter Anlagen und Infrastrukturen, Freihaltung von Abflusskorridoren, Sicherstellen des Raumbedarfs usw.
  • Unterhalt: Erhalt der Abflusskapazität der Gewässer, Unterhalt und Instandstellung bestehender Schutzbauten (z.B. Leerung von Geschiebesammlern oder Steinschlagschutznetzen)
  • Schutzwaldpflege
  • Technische Massnahmen: Schutzbauten wie Sperren, Rückhaltebecken, Drainage, Schutzdämme, Verankerungen usw. Wo zusätzliche Schutzmassnahmen notwendig sind, müssen diese möglichst naturnah und landschaftsgerecht ausgeführt werden.
  • Organisatorische Massnahmen: Überwachung, Mess- und Alarmdispositive, Evakuationspläne, temporäre Sperrung von Verkehrsachsen usw.

Who is who

Gravitative Naturgefahren: Kontakte 

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU), die Nationale Plattform Naturgefahren (PLANAT) und die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) bieten Kontaktinformationen zu verschiedenen Formen von Massenbewegungen.

Daten

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU), die Landesgeologie sowie Geodatenportale der Kantone und des Bundes vermitteln den visuellen Zugang zu den Naturgefahrendaten. Für die Suche nach solchen Daten bietet geocat.ch einen idealen Einstieg. Zahlreiche Berichte und Erläuterungen sind über das BAFU erhältlich.

Viewer, Karten

Berichte, Erläuterungen

Bundesamt für Umwelt


Geologische Gefahren

Fachkontakt

Abteilung Gefahrenprävention (BAFU)
E-Mail
Naturgefahren, PLANAT
E-Mail

Hangmuren (SilvaProtect-CH)