Gesundheit

Reichert sich das natürlich vorkommende radioaktive Gas Radon in Räumen an, steigt das Lungenkrebsrisiko. Basierend auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat der Bundesrat 2011 den nationalen Radonaktionsplan verabschiedet.

Vom Boden her tritt Radon in Häuser ein.
Vom Boden her tritt Radon in Häuser ein, was zu einer Innenluftbelastung führen kann.
© BAG

Kurzbeschreibung

Radon entsteht beim Zerfall von Uran im Erdreich und ist dort in unterschiedlicher Konzentration vorhanden. Je durchlässiger der Boden ist, desto leichter steigt das Gas zur Erdoberfläche. Weil in bewohnten Häusern oft ein leichter Unterdruck herrscht, wird es praktisch eingesaugt und reichert sich in Räumen an – vor allem, wenn das Gebäude gegen den Untergrund nicht genügend dicht ist.

Wird Radon regelmässig in erhöhter Konzentration eingeatmet, steigt das Lungenkrebsrisiko. In der Schweiz ist Radon die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs und verursacht 200-300 Todesfälle jährlich. Die geologischen und klimatischen Bedingungen in der Schweiz verschärfen das Problem: uranhaltige Granitvorkommen und karsthaltige Böden, lange Heizperioden mit geringem Luftaustausch.

Die Radonkonzentration – gemessen in Becquerel pro Kubikmeter [Bq/m3] – wird einfach und kostengünstig mit kleinen Dosimetern erfasst. Die Strahlenschutzverordnung vom 22. Juni 1994 sieht einen Grenzwert von 1000 Bq/m3 für Wohn- und Aufenthaltsräume vor. Der Richtwert für Neu- und Umbauten beträgt 400 Bq/m3. Gestützt auf neue epidemiologische Studien empfehlen die internationalen Gremien einen Maximalwert von 300 Bq/m3. Demnach ist die gesamte Schweiz von der Radonproblematik betroffen. Der Bund hat 2011 einen nationalen Radonaktionsplan verabschiedet, der Massnahmen zur Strategieanpassung bis 2020 bestimmt, insbesondere die Revision der Strahlenschutzverordnung. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wird die Kartendarstellung des Radonrisikos aufgrund der revidierten gesetzlichen Grundlagen neu beurteilen.

Who is who

Gesundheit: Who is who

Der Bund hat 2011 einen nationalen Radonaktionsplan verabschiedet, der Massnahmen zur Strategieanpassung bis 2020 bestimmt, insbesondere die Revision der Strahlenschutzverordnung. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wird die Kartendarstellung des Radonrisikos aufgrund der revidierten gesetzlichen Grundlagen neu beurteilen.

Kantonale Geoportale bilden das Radonrisiko genauer ab.

Das Institut de radiophysique in Lausanne entwickelt Modellierungssoftware für das Bundesamt für Gesundheit (BAG), um genaue Radonkarten zu realisieren (ab 2014).

Daten

Gesundheit: Daten

Die Karte des Radonrisikos stellt den arithmetischen Mittelwert der Gemeinde dar. Die gemessenen Werte in Wohn- und Aufenthaltsräumen pro Gemeinde bestimmen die Kategorie geringes, mittleres oder hohes Risiko. In einigen Fällen haben die Kantone die Gemeinden nach anderen Kriterien wie beispielsweise nach der Geologie eingestuft, bzw. bei ungenügenden Messungen das Radonrisiko geschätzt.

Kantonale Geoportale bilden das Radonrisiko genauer ab.


Prädiktive Modellierung der Radonkonzentration wird am Institut de radiophysique in Lausanne erforscht. Messwerten von den Gebäuden sowie Naturraumfaktoren (z.B. Sedimentmächtigkeit, Tektonik, Lithologie) werden als Input verwendet.


Geologie im Alltag

Radonkarte